Informationen zum Projekt

In den Quartieren Matthäus und St. Johann der Stadt Basel lebt eine sozial und kulturell heterogene Bevölkerung mit einem hohen Ausländeranteil und einer grossen Wohndichte. Ein wesentliches Ziel der Studie war es, folgenden beiden Fragen nachzugehen: Welchen Bezug haben die befragten Personen zu ihrem Quartier? Und welche Bedeutung hat das Quartier für ihre soziale Integration? Im Weiteren wurde das Wohlbefinden der befragten Personen mit ihrem Leben im Quartier in Verbindung gesetzt und der Einfluss dieses Wohlbefindens auf Integrationsprozesse im Allgemeinen untersucht.

Für die Durchführung der Untersuchung wurden zwei methodische Vorgehen gewählt: Der lebensweltorientierte Ansatz erlaubte, vierzehn Quartierbewohner/innen während mehrerer Monate zu begleiten und sich intensiv mit ihren Vorstellungen, Bedürfnissen, Sorgen und Freuden im Zusammenhang mit ihrem Umfeld auseinanderzusetzen. Diese Methode gewährte  Einblick in ihre Lebenswelt und in die Bedeutung des Quartiers für ihr Leben. Nach einer längeren Phase von Befragungen, Gesprächen und Quartiersbegehungen erhielten die Quartierbewohner/innen die Möglichkeit, eine Idee für einen Film zu entwickeln, in dem sie ihr Quartier und ihren Bezug zum Quartier darstellen konnten. Danach setzten sie zusammen mit dem Forschungsteam diese Filmideen um. Die Quartierbewohner/innen waren die Protagonisten des Films, beteiligten sich aber gleichzeitig an der Filmregie und übernahmen in einzelnen Fällen auch die Kameraarbeit. Diese zwei Projektphasen waren wichtig für die Datenerhebung, weil sie die Partizipation der Beteiligten förderten und die Öffentlichkeit indirekt in die Auseinandersetzung der Protagonisten mit ihrem Quartier einbezogen. Nachdem die Videoportraits nachbearbeitet waren, wurden sie durch das Forschungsteam weiteren Bewohner/innen der beiden Quartiere einzeln vorgeführt und im Rahmen von Interviews besprochen. In diesem Projektteil ging es hauptsächlich darum, den Blick der Portraitierten auf ihr Quartier mit anderen Perspektiven zu konfrontieren.
Die videobasierte Methode war neben dem lebensweltorientierten Ansatz ein wichtiger Bestandteil dieser Studie: Zum einen wurde untersucht, inwiefern sie für die qualitative Sozialforschung interessant sein und ihr neue Zugänge zum Untersuchungsgegenstand verschaffen kann. Zum anderen ging es darum, mit ihr ein Produkt zu erarbeiten, das für die praktische Anwendung geeignet ist.